Meniskusanatomie und Meniskusverletzungen


Prof. Rene Verdonk, vom Universitätsklinikum Gent, Belgien spricht über das Thema Meniskus

Hier spricht Dr. Allen Mishra über Meniskusrisse

Was ist ein Meniskus

Das Kniegelenk ist das komplexeste und außergewöhnlichste Gelenk im Körper. Es kann hohen Belastungen und Scherkräften standhalten. Der Meniskus ist ein wichtiger Bestandteil für die Funktionsfähigkeit des Knies. Bei den Menisken im Knie handelt es sich um zwei halbmond- bzw. keilförmige Knorpelstücke (lateraler bzw. medialer Meniskus). Sie wirken als eine Art Gleitscheibe und elastische Puffer und verteilen Kräfte, die auf das Kniegelenk einwirken, gleichmäßig auf Femur (Oberschenkel) und Tibia (Unterschenkel).

Mindestens zwei Drittel des Meniskus sind dünn und nicht durchblutet (avaskulär d.h. sie enthalten keine Blutgefäße). Etwa 80 % aller Meniskusverletzungen treten in diesem avaskulären Bereich auf, wo eine langfristig erfolgreiche Gewebereparatur kaum möglich ist.
Jedes Jahr werden in der Orthopädie/Sportmedizin rund 1,5 Millionen Meniskusverletzungen allein in Europa und in den USA behandelt. Bei vielen dieser Verletzungen handelt es sich um Sportverletzungen, die sich die Patienten beim Golfen, Skifahren, Fußballspielen oder anderen Aktivitäten mit hohem Bewegungsgrad zugezogen haben. Eine plötzliche Verdrehung des Knies kann zum Einklemmen oder Abreißen des Meniskus führen. Befindet sich ein solcher Riss im avaskulären Bereich, gibt es hierfür nur eine chirurgische Behandlungsmöglichkeit, nämlich die Entfernung des geschädigten Gewebes durch eine partielle Meniskektomie. Ein solcher Eingriff kann jedoch die Funktionsfähigkeit des Kniegelenks dauerhaft einschränken.
Bei Verletzungen im vaskularisierten Bereich des Meniskus (etwa 20 % der Fälle) kann der Riss mit einer Naht oder mithilfe von Fixationsvorrichtungen repariert werden. Bei etwa 20 % dieser Fälle stellt sich die Behandlung aber innerhalb von zwei Jahren als nicht erfolgreich heraus, woraufhin eine Entfernung des verletzten Gewebes unumgänglich wird.
Eine überwältigende Anzahl an klinischen Beweisen zeigt, dass die Entfernung von Meniskusgewebe mit der Zeit zu Degenerationserscheinungen führt. Diesen folgt eine Schädigung des Gelenkknorpels und dies wiederum führt häufig zu einer schmerzhaften Osteoarthrose (Knochen- und Knorpeldegeneration), sodass häufig das gesamte Kniegelenk ersetzt werden muss. Die Nachfrage nach Produkten, die die Regeneration neuen Meniskusgewebes fördern, ist daher groß.